drucken
Hauptschulpreis 2007

Pressemitteilungen


zurück

Die besten Schulen mit Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg:

Stuttgart, 5. März 2007
Die besten Schulen mit Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg sind die Fasanenhofschule Stuttgart, die Hauptschule Innenstadt Tübingen und die Bolandenschule Wiesental in Waghäusel.

In Stuttgart wurden die Schulen heute mit dem Landespreis des bundesweiten Hauptschulpreises 2007 – Deutschlands beste Schulen mit Hauptschulabschluss ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vergeben. An dem mit rund 240.000 Euro dotierten Wettbewerb beteiligten sich bundesweit über 500 Schulen mit Hauptschulabschluss. Mehr als 350 Schulen haben eine aussagekräftige Bewerbung eingereicht, darunter 47 Schulen aus Baden-Württemberg. Aus den Einsendungen ermittelte eine 14-köpfige Jury aus Schule, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft drei Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die in Baden-Württemberg erstplatzierte Fasanenhofschule Stuttgart nun die Chance auf den Bundessieg. Die drei bundesweiten Sieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 10. Mai in Berlin durch Bundespräsident Horst Köhler geehrt.

Helmut Rau, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, sagte bei der Übergabe der Landespreise heute in Stuttgart: „Mit ihrem großartigen Engagement haben die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern der Schule die Auszeichnung mehr als verdient. Ich freue mich, dass der Wettbewerb dazu beiträgt, schulische und pädagogische Spitzenleistungen zu fördern.“ Wertschätzung und Respekt vor den Jugendlichen dieser Schulart seien wichtige Voraussetzungen dafür, dass das Zusammenspiel zwischen Hauptschule, Wirtschaft und Politik gelinge. „Die Hauptschule braucht eine Lobby und dauerhafte Unterstützung. Der erstmals verliehene Landespreis rückt die Leistungsfähigkeit der Hauptschule in den Mittelpunkt und zeigt, dass diese Schulart hervorragende Arbeit leistet.“

„Umfassende Förderkonzepte, die bereits in den unteren Klassen ansetzen und die Schule frühzeitig für die Arbeitswelt öffnen, sind der entscheidende Schlüssel für den erfolgreichen Übergang in den Beruf“, unterstrich Günter Gerstberger, Bereichsleiter der Robert Bosch Stiftung. „Schüler und Betriebe profitieren gleichermaßen davon, wenn sie sich bereits vor Beginn der Berufsausbildung kennen.“

Für den ersten Preis erhält die Fasanenhofschule in Stuttgart 5.000 Euro. Die Schule führt das Konzept "Orientierung in Berufsfeldern" durch, bei dem die Schüler u.a. Praktika bei den Arbeitsstellen ihrer Eltern absolvieren, an einem Karriere-Planspiel teilnehmen und Einstellungstests absolvieren. Einen hohen Anspruch hat die Schule auch bei der Weiterentwicklung des eigenen Methodencurriculums sowie der Etablierung einer Feedback-Kultur. Zudem arbeitet die Schule aktiv an der Verbesserung des Unterrichts und der Rahmenbedingungen für den Unterricht. Auch der Umgang mit Unterschiedlichkeit wird breit gepflegt: Integration von behinderten Kindern und Angebote an Migrantenfamilien sind nur zwei Beispiele dafür.

Den mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Hauptschule Innenstadt Tübingen. Sie überzeugte die Jury in jeder Hinsicht: Sie ist pädagogisch gründlich reflektiert und ganzheitlich angelegt. An das Erreichen des Leistungsmaximums werden hohe Ansprüche gestellt, ohne die Schüler zu überfordern. Darüber hinaus beginnt bereits in der 5. Klasse das systematisch aufgebaute Berufswahlkonzept der Schule. Jeder Schüler erhält ab Klasse 9 eine Einzelbetreuung bis zum Schulabschluss und dem Eintritt in Ausbildung oder Beschäftigung.

Mit dem dritten Preis und 2.000 Euro wurde die Bolandenschule Wiesental in Waghäusel ausgezeichnet. Hier wurde positiv bewertet, dass die Schule sichtbar in ihr lokales und regionales Umfeld eingebettet ist. Zudem überzeugt sie durch ihr vorbildliches Konzept zur Ausbildungsreife und der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.

Die ersten zehn Plätze im Landeswettbewerb Baden-Württemberg haben belegt:

  • Fasanenhofschule Stuttgart
  • Hauptschule Innenstadt Tübingen
  • Bolandenschule Wiesental in Waghäuselm
  • Elsenztalschule GHWRS Bammental
  • Gerhart-Hauptmann-Schule in Reutlingen
  • Uhlandschule in Ludwigsburg
  • Ostrachtalschule in Ostrach
  • GHS Wilhelmschule Tuttlingen
  • Pfingstbergschule in Mannheim
  • Gebhardschule Konstanz


Neben der Förderung der „Persönlichkeitsbildung“ und dem „Umgang mit Unter-schiedlichkeit“ standen vor allem die Kriterien „Ausbildungsreife“ und „Qualifi-zierung für den Arbeitsmarkt“ im Mittelpunkt der Bewertung. Unter anderem wurden die Vermittlungs- und die Abbrecherquote der Schulen erhoben.

Beim Hauptschulpreis 2007 konnten sich alle Hauptschulen und Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen. Ins Leben gerufen wurde der Hauptschulpreis im Jahr 1999 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände im Rahmen der Initiative Hauptschule. Seit 2003 wird der Hauptschulpreis gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung ausgeschrieben. Die Kultusministerien der Länder unterstützen den Wettbewerb.

Weitere Informationen:


Carmen Jacobi
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Grüneburgweg 105
60323 Frankfurt am Main
Tel.: 069.66 07 56 155
Fax: 069.66 07 56 306
JacobiC@ghst.de
www.hauptschulpreis.ghst.de

Hansjörg Blessing
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
Neues Schloss
Postfach 10 34 42
70029 Stuttgart
Tel.: 07 11/279-2519
Fax: 07 11/279-2840
hansjoerg.blessing@km.kv.bwl.de



zurück