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Hauptschulpreis 2007

Pressemitteilungen


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Die besten Schulen mit Hauptschulabschluss in Schleswig-Holstein:

Breklum, 28. März 2007
Schulen aus Schafflund, Breklum und Lübeck werden für besondere pädagogische Leistungen ausgezeichnet

In Breklum wurden heute die Grund- und Hauptschule Schafflund, die Grund- und Hauptschule Breklum und die Anna Siemsen Schule Lübeck mit dem Landespreis des bundesweiten Hauptschulpreises 2007 – Deutschlands beste Schulen mit Hauptschulabschluss ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vergeben. An dem mit rund 240.000 Euro dotierten Wettbewerb beteiligten sich bundesweit über 500 Schulen mit Hauptschulabschluss. Mehr als 350 Schulen haben eine aussagekräftige Bewerbung eingereicht, darunter 15 Schulen aus Schleswig-Holstein. Aus den Einsendungen ermittelte eine 14-köpfige Jury aus Schule, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft drei Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die in Schleswig-Holstein erstplatzierte Grund- und Hauptschule in Schafflund nun die Chance auf den Bundessieg. Die drei bundesweiten Sieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 10. Mai in Berlin durch Bundespräsident Horst Köhler geehrt.

Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein, lobte das Engagement der beteiligten Schulen bei der Übergabe der Landespreise heute in Breklum: „Die hier bewiesene Methodenvielfalt und die Praxisnähe sind vorbildlich.“ Die ausgezeichneten Schulen seien gute Beispiele, die Mut machten. „Sie zeigen, wie wichtig eine individuelle Unterstützung der Schülerinnen und Schüler ist“, so die Ministerin weiter. In dem jetzt verabschiedeten neuen Schulgesetz lege die Landesregierung deshalb bewusst den Schwerpunkt auf verbessertes Fördern und Fordern.

„Die Landespreisträger nehmen zur Förderung der Ausbildungsreife die einzelnen Schülerinnen und Schüler in den Blick“, sagte Kirsten Keppeler, Projektleiterin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. „Kooperation wird dabei groß geschrieben – innerhalb des Lehrerkollegiums, mit den Eltern, mit externen Partnern.“

Für den ersten Preis erhält die Grund- und Hauptschule Schafflund 5.000 Euro. Sie ist nach Meinung der Jury eine in jeder Hinsicht außergewöhnliche Schule. Besonders große Erfolge erzielt die Schule bei der Vermittlung der Schüler in Ausbildungsstellen oder weiterführende Schulen. Die Leitziele Ausbildungsreife, Persönlichkeitsbildung sowie Leistung und Verantwortung setzt die Schule durch vielfältige Maßnahmen und Projekte um. Durch die Vernetzung mit der örtlichen Wirtschaft, Vereinen und dem gesamten öffentlichen Leben ist die Schule ein zentraler, für die Dorfgemeinschaft wesentlicher Ort der Kommunikation und Integration.

Den mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis erhält die Grund- und Hauptschule Breklum. Die Schule verfügt über ein umfassendes Portfolio an berufsvorbereitenden Maßnahmen. Sie reichen von Bewerbungstraining und Praktika über Assessment-Verfahren bis hin zu Betriebserkundungen. Wesentlicher Teil der Persönlichkeitsbildung besteht in der frühen Übernahme der Verantwortung für sich selbst. Dabei erfahren die Schülerinnen und Schüler eine beständige Unterstützung durch die Lehrkräfte. Durch das Kurssystem und die Binnendifferenzierung des Unterrichts können sich die Schüler einen Stundenplan eigenverantwortlich zusammenstellen und so die gesamte Palette des fördernden und fordernden Angebots nutzen.

Mit dem dritten Preis und 2.000 Euro wurde die Anna-Siemsen-Schule in Lübeck ausgezeichnet. Hier wurde positiv bewertet, dass die Schule bereits früh mit der Förderung der Ausbildungsreife beginnt. Und das mit Erfolg: Mehr als 95 Prozent der Absolventen werden in Ausbildungsplätze oder an weiterführende Schulen vermittelt. Neben der üblichen Berufsorientierung werden die Jugendlichen durch verbale Zeugnisbeurteilungen und Zusatzzertifikate für die Tätigkeiten im berufspraktischen Kurs unterstützt. Unterrichts- und Betreuungsmodule am Nachmittag wie Bewegung, Entspannung und Ernährung tragen darüber hinaus zur Persönlichkeitsbildung bei.

Die ersten fünf Plätze im Landeswettbewerb Schleswig-Holstein haben belegt:

  • Grund- und Hauptschule Schafflund
  • Grund- und Hauptschule Breklum
  • Anna-Siemsen-Schule in Lübeck
  • Hauptschule Lübscher Kamp in Itzehoe
  • Muhliusschule in Kiel


  • Neben der Förderung der „Persönlichkeitsbildung“ und dem „Umgang mit Unterschiedlichkeit“ standen vor allem die Kriterien „Ausbildungsreife“ und „Qualifizierung für den Arbeitsmarkt“ im Mittelpunkt der Bewertung. Unter anderem wurden die Vermittlungs- und die Abbrecherquote der Schulen erhoben.

    Beim Hauptschulpreis 2007 konnten sich alle Hauptschulen und Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen. In Schleswig Holstein sind dies die Grund- und Hauptschulen und die Hauptschulen. Ins Leben gerufen wurde der Hauptschulpreis im Jahr 1999 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände im Rahmen der Initiative Hauptschule. Seit 2003 wird der Hauptschulpreis gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung ausgeschrieben. Die Kultusministerien der Länder unterstützen den Wettbewerb.

    Weitere Informationen:


    Carmen Jacobi
    Gemeinnützige Hertie-Stiftung
    Grüneburgweg 105
    60323 Frankfurt am Main
    Tel.: 069.66 07 56 155
    Fax: 069.66 07 56 306
    JacobiC@ghst.de
    www.hauptschulpreis.ghst.de

    Pressestelle
    Ministerium für Bildung und Frauen
    Brunswiker Straße 16-22
    24105 Kiel
    Tel.: 04 31/988-5805
    Fax: 04 31/988-5815
    pressestelle@mbf.landsh.de
    www.mbf.schleswig-holstein.de



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